Frühwarnsysteme für gravitative Naturgefahren | 22.09.2015

Der Schutz vor Naturgefahren kostet die Schweiz grossen finanziellen Aufwand. Versuche zur Optimierung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses sind die logische Folge dieser Situation.

 Frühwarnsystem Caltgeras, Messhaus Brienz
Frühwarnsystem Cuvel, Messhaus Flims
Frühwarnsystem Cuvel, Messhaus Flims
Frühwarnsystem Caltgeras, Messhaus Brienz
Frühwarnsystem Cuvel, Messhaus Flims
Frühwarnsystem Cuvel, Messhaus Flims
 Frühwarnsystem Caltgeras, Messhaus Brienz

    Damit sich die Gesellschaft sicher fühlen kann, werden immer höhere Ansprüche an die Vermeidung von Schäden durch Naturgefahren gestellt. Trotzdem sollen die Massnahmen aber nicht teurer werden. Diese Entwicklung führt dazu, dass immer mehr Frühwarnsysteme angewendet werden.

    Was sind Frühwarnsysteme?

    Damit ein zuverlässiges Frühwarnsystem für die jeweilige Naturgefahr installiert werden kann, muss zuerst der Entscheid für das richtige System fallen. Es gibt sowohl Alarmsysteme, Warnsysteme als auch Kombinationen aus beiden Systemen.

    Alarmsysteme sind für sich schnell aufbauende Prozesse geeignet. Ein gutes Beispiel hierfür ist zum Beispiel Steinschlag, welcher eine Zugstrecke gefährden könnte. Das Alarmsystem reagiert bei einem Ereignis automatisch und löst eine rote Ampel aus, damit der Zug nicht auf die Steine auffährt.

    Warnsysteme sind für sich langsam aufbauende Prozesse geeignet. Ein Beispiel hierfür ist ein Felssturz. Erkennt das System Bewegungen im Fels, gibt es ein Warnsignal an einen Experten ab, welcher die Situation dann beurteilen kann. Die HMQ AG hat ein solches Warnsystem, welches inzwischen seit mehreren Jahren zuverlässig läuft, in Flims GR aufgebaut. Die Felsenbewegungen Cuvel können so zuverlässig überwacht werden. Ein weiteres Frühwarnsystem hat die HMQ AG zudem im Felssturzgebiet Caltgeras in Brienz/Brinzauls installiert.

    Sind Frühwarnsysteme verlässlich?

    Die Zuverlässigkeit eines Frühwarnsystems ist abhängig von einer optimalen Einstellung. Das Frühwarnsystem erfasst Signale, interpretiert sie und gibt die Informationen aus. Fehlalarme können hier mit einer guten Einstellung verhindert werden, was in der Regel durch eine Testphase erreicht wird.

    Gegen Ausfälle wird das Frühwarnsystem mit einer doppelt abgesicherten Stromversorgung geschützt. Ein Betriebskonzept regelt klar die Zuständigkeiten und betrieblichen Abläufe und hilft, Fehler zu vermeiden. Spezialisierte Firmen wie zum Beispiel die HMQ AG können auf einen umfassenden Erfahrungsschatz zurückgreifen und richten Frühwarnsysteme schnell und effizient ein.

    Bund prüft Frühwarnsysteme mit ReWarn

    2011 hat der Bund das Projekt Reliability of Warning and Alarm Systems (ReWarn) gestartet. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer Methode, welche der Überprüfung der Verlässlichkeit von Warnsystemen und Alarmierungsystemen im Bereich Naturgefahren dient. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat im Mai 2015 eine Praxishilfe dazu herausgegeben, um Frühwarnsysteme richtig einzusetzen.

    Autor: PLANNATURA

    Foto: PLANNATURA